Der Abend, an dem Geschichten lebendig wurden...
- Christine Loch
- 25. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Beim letzten Create-Treff haben wir zum ersten Mal etwas ausprobiert, das uns schon lange gereizt hat:
Wir haben eine Geschichte mit Euch zusammen geschrieben.
Unsere Gäste durften entscheiden – welche Figuren auftreten, an welchem Ort die Handlung spielt und welches Ereignis den Kern bildet. Aus diesen Vorgaben ist dann live, in begrenzter Zeit, ein Text entstanden. Ohne Vorbereitung. Ohne doppelten Boden.
So konnten wir auch eine Frage beantworten, die uns oft gestellt wird:
"Wie schreibt man denn zusammen?"
Aber wir fragen uns nur eines:
"Wie schreibt man eigentlich alleine? "
Die Auswahl der Gäste fiel auf vertraute Namen aus dem Create-Universum, einen Ort, der vielen von euch nahe ist, und ein Ereignis, das Raum für Reibung, Nähe und unerwartete Wendungen lässt.
Was dabei entstanden ist, ist eine Momentaufnahme. Roh, direkt und getragen von der gemeinsamen Energie dieses Abends. Genau so möchten wir sie hier mit euch teilen.
Live - Schreibwettbewerb in der Taverne am 24.01.2026
(Für meinen Papa, er wäre heute 79 geworden und das hätte ihm so sehr gefallen!)
Von unseren Gästen wurden folgende Vorgaben bestimmt:
Personen: Zoe, Cara, Nietschi
Ort: Kimminghof
Ereignisse: Ein unfreiwilliges B.
Kimminghof, November 2024
(Vor Create 1 Verborgen)
Ein unfreiwilliges Bündnis
“Aihhhh!”, schrie Cara angeekelt.
Dann schlug sie sich erschrocken die Hand auf den Mund.
Angewidert wischte sie den Schlamm von ihren neuen Doc Martens.
Verdammt, diese Spionagesache war schwieriger als gedacht.
Aber sie wollte unbedingt wissen, welche neue Creation Zoe dieses Frühjahr herausbringen würde!
Und diese dann natürlich als ihre eigene verkaufen…
Sie wäre ohnehin die bessere Modedesignerin, es musste nur noch bekannt werden.
Ein starker Windstoß schubste sie fast aus den Schuhen, vielleicht hätte sie einen anderen Tag für diese Aktion wählen sollen, aber ausgerechnet heute war keiner der Kimmings zu Hause, weil das Second Special die Spezielle Sale Aktion für Bedürftige vorbereitete und alle Familienmitglieder mit anpackten.
Aber jetzt steckte das Auto im Matsch in dem kleinen Waldstück, in dem Cara es verstecken wollte und sie musste sich überlegen, wie sie zurückkommen sollte.
Durch ihre frühere Freundschaft mit Zoe wusste sie, dass der Hausschlüssel immer unter dem flachen pink - bemalten Stein im Rosenbeet lag.
Sie kämpfte sich gegen den Sturm zum Haus, zitterte und die ersten Hagelkörner begannen auf sie einzuprasseln.
Mist, sie würde niemals mit dem Auto nach Hause kommen, geschweige denn überhaupt vom Fleck.
Sie hob den Stein, aber kein Schlüssel.
Mittlerweile mit nassen Haaren duckte sie sich unter den Eingang und verfluchte sich dafür, nicht besser geplant zu haben.
Während sie noch überlegte, wuselte ein kleines pinkes Wesen über ihre Schuhe.
Es war diese verdammte kleine Ratte, die niemand außer diesen Kimming - Ökos sehen konnte!
Cara hatte sich schon oft gefragt, warum sie dieses kleine Mistvieh, das von allen immer nur betudelt wurde, nicht einfach mal mitgenommen und weggesperrt hatte.
Aber dann sah er sie mit seinen großen Augen an und begann warm zu leuchten.
Verdammt, er war süß!
Sei bückte sich zu ihm und hob ihn auf den Arm.
In dem Moment öffnete sich die Türe und Zoe stand vor ihr.
Geschockt blickten sie sich gegenseitig an. Dann Nietschi, dann wieder sich gegenseitig.
“Äh - er ist mir vors Auto gelaufen - äh, ich wollte eigentlich - äh, dir eine Idee zeigen…” endete sie lahm.
"Hatschieee!", nieste Zoe. Dann wankte sie. Nietschi schnurrte begeistert und leuchtete, Cara machte einen Schritt auf Zoe zu, um sie zu stabilisieren.
“Was ist denn mit dir los?”, wollte Cara wissen.
“Nur erkältet”, nuschelte Zoe.
Gemeinsam wankten sie in die Küche.
"Hast du denn niemanden, der sich um dich kümmern kann?”, fragte Cara.
“Alle im Laden”, Zoe war heiser, man verstand sie fast nicht.
In der gemütlichen Wohnküche setzte sie sich auf die Ofenbank, Nietschi kuschelte sich auf ihren Schoß und schnurrte leise.
Cara seufzte.
Nahm ein wenig Holz vom Stapel und fachte das Feuer an.
Eine Weile war nur das leise Knistern vom Holz im Feuer zu hören .
Warme Farben, angenehme Düfte, Cara erinnerte sich wieder, warum sie damals immer so gerne bei den Kimmings gewesen war. Bis diese doofe Schwester von Zoe mit der komischen Brille sie so scheiße behandelt hatte.
Sie goß sich und Zoe etwas von dem Tee auf dem Herd ein.
Zoe schniefte: “Danke!”
Nippte einmal.
Dann schlief sie ein.
Als ein paar Stunden später die Kimmings zurückkamen fanden sie einen ungewohnten Anblick vor: Zoe und Cara, aneinander angelehnt auf der Ofenbank, schlafend.
“Zoe war krank”, nuschelte Cara.
“Schon gut Kleines, schlaf einfach”, Sarah deckte sie zu.
Am nächsten Tag ging es Zoe schon viel besser.
“Ich muss dir unbedingt meinen Entwurf für die Frühjahrsshow zeigen, komm!”,
sagte sie nach einem gemütlichen Samstag - Morgen - Frühstück bei den Kimmings zu Cara.
Schleifte sie über den Hof in ihr kleines Atelier gegenüber.
Und da stand Cara vor einem Ausdruck. Ein mitternachtblaues Kleid mit schwarzen Einsätzen, sie konnte kaum atmen, es war so schön!
“Weißt du, das würde richtig gut zu dir passen, ich suche eh noch eine Königin der Nacht für die Frühjahrs Show, hättest du Interesse?”
Atemlos nickte Cara, versuchte sich ihre Begeisterung nicht anmerken zu lassen.
Später zog Zoes Vater Caras Mini mit dem Traktor aus dem Schlammloch.
Anea stand plötzlich unvermutet neben Cara, sie wäre fast aus der Haut gefahren.
“Was hast du eigentlich da gemacht, mitten im Wald, mitten in der Nacht?”, wollte sie wissen.
“Hab mich verfahren”, schnell machte sich Cara auf den Weg.
Dieser Text ist an einem Abend entstanden, an dem viele Stimmen zusammengekommen sind.
Manche haben entschieden, manche haben beobachtet, manche einfach zugehört – und all das ist in diese Geschichte geflossen.
Für uns war es das erste Mal, dass wir diesen Weg gemeinsam gegangen sind. Und es hat sich richtig angefühlt. Nicht als fertiges Format, sondern als Einladung.
Danke an alle, die diesen Abend mitgetragen haben.
Und an den Ort, an dem solche Abende möglich sind – die Taverne im Vitztumb Landshut!
Wir nehmen diesen Moment mit. Und schauen, wohin er uns beim nächsten Mal führt.
Von Herzen,
Celo und Terin
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