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Live-Schreibwettbewerb in der Taverne

  • Christine Loch
  • 7. Mai
  • 3 Min. Lesezeit
Cara und Nietschi vor dem Kimminghof
Cara und Nietschi vor dem Kimminghof

24.01.2026

Für meinen Papa. Er wäre heute 79 geworden — und das hätte ihm so sehr gefallen.

Bei unserem Live-Schreibwettbewerb in der Taverne wurden von den Gästen folgende Vorgaben bestimmt:

  • Personen: Zoe, Cara, Nietschi

  • Ort: Kimminghof

  • Ereignis: Ein unfreiwilliges Bündnis

Und daraus entstand spontan diese kleine Geschichte:



Kimminghof, November 2024


Ein unfreiwilliges Bündnis


„Aihhhh!“, schrie Cara angeekelt.

Dann schlug sie sich erschrocken die Hand auf den Mund. Angewidert wischte sie den Schlamm von ihren neuen Doc Martens.

Verdammt, diese Spionagesache war schwieriger als gedacht.

Aber sie wollte unbedingt wissen, welche neue Creation Zoe dieses Frühjahr herausbringen würde. Und diese dann natürlich als ihre eigene verkaufen …

Sie wäre ohnehin die bessere Modedesignerin. Es musste nur endlich bekannt werden.

Ein starker Windstoß schubste sie fast aus den Schuhen. Vielleicht hätte sie einen anderen Tag für diese Aktion wählen sollen. Aber ausgerechnet heute war keiner der Kimmings zu Hause, weil das Second Special die große Sale-Aktion für Bedürftige vorbereitete und alle Familienmitglieder mit anpackten.

Jetzt steckte allerdings ihr Auto im Matsch in dem kleinen Waldstück fest, in dem sie es hatte verstecken wollen.

Und sie musste sich überlegen, wie sie überhaupt wieder nach Hause kommen sollte.

Durch ihre frühere Freundschaft mit Zoe wusste sie, dass der Hausschlüssel immer unter dem flachen pink bemalten Stein im Rosenbeet lag.

Sie kämpfte sich gegen den Sturm zum Haus. Zitterte. Die ersten Hagelkörner prasselten bereits auf sie ein.

Mist.

Sie würde niemals mit dem Auto nach Hause kommen — geschweige denn überhaupt vom Fleck.

Cara hob den Stein hoch.

Kein Schlüssel.

Mittlerweile mit völlig nassen Haaren duckte sie sich unter das kleine Vordach des Eingangs und verfluchte sich dafür, nicht besser geplant zu haben.

Während sie noch überlegte, wuselte plötzlich ein kleines pinkes Wesen über ihre Schuhe.

Diese verdammte kleine Ratte, die niemand außer diesen Kimming-Ökos sehen konnte.

Cara hatte sich schon oft gefragt, warum sie dieses kleine Mistvieh, das von allen ständig betüdelt wurde, nicht einfach mal mitnahm und irgendwo einsperrte.

Aber dann sah er sie mit seinen großen Augen an und begann warm zu leuchten.

Verdammt.

Er war süß.

Sie bückte sich zu ihm hinunter und hob ihn auf den Arm.



In genau diesem Moment öffnete sich die Tür.

Zoe stand vor ihr.

Geschockt blickten sie sich gegenseitig an. Dann Nietschi. Dann wieder sich gegenseitig.

„Äh … er ist mir vors Auto gelaufen — äh, ich wollte eigentlich — äh — dir eine Idee zeigen …“, endete Cara lahm.

„Hatschieee!“

Zoe nieste heftig. Dann wankte sie.

Nietschi schnurrte begeistert und leuchtete auf. Cara machte instinktiv einen Schritt nach vorne, um Zoe zu stabilisieren.

„Was ist denn mit dir los?“, fragte sie irritiert.

„Nur erkältet“, nuschelte Zoe heiser.

Gemeinsam wankten sie in die Küche.

„Hast du denn niemanden, der sich um dich kümmern kann?“

„Alle im Laden.“

In der gemütlichen Wohnküche setzte Zoe sich auf die Ofenbank. Nietschi kuschelte sich sofort auf ihren Schoß und schnurrte leise.

Cara seufzte.

Dann nahm sie etwas Holz vom Stapel und fachte das Feuer neu an.

Eine Weile war nur das leise Knistern des Holzes zu hören.

Warme Farben. Angenehme Düfte.

Cara erinnerte sich plötzlich wieder daran, warum sie früher immer so gerne bei den Kimmings gewesen war.

Bis diese doofe Schwester von Zoe mit der komischen Brille sie irgendwann so scheiße behandelt hatte.

Sie goss sich und Zoe etwas Tee aus dem Topf auf dem Herd ein.

„Danke“, schniefte Zoe.

Sie nippte einmal am Tee.

Dann schlief sie einfach ein.



Als ein paar Stunden später die Kimmings zurückkamen fanden sie einen ungewohnten Anblick vor: Zoe und Cara, aneinander angelehnt auf der Ofenbank, schlafend. “Zoe war krank”, nuschelte Cara. “Schon gut Kleines, schlaf einfach”, Sarah deckte sie zu. Am nächsten Tag ging es Zoe schon viel besser. “Ich muss dir unbedingt meinen Entwurf für die Frühjahrsshow zeigen, komm!”, sagte sie nach einem gemütlichen Samstag - Morgen - Frühstück bei den Kimmings zu Cara. Schleifte sie über den Hof in ihr kleines Atelier gegenüber. Und da stand Cara vor einem Ausdruck. Ein mitternachtblaues Kleid mit schwarzen Einsätzen, sie konnte kaum atmen, es war so schön! “Weißt du, das würde richtig gut zu dir passen, ich suche eh noch eine Königin der Nacht für die Frühjahrs Show, hättest du Interesse?” Atemlos nickte Cara, versuchte sich ihre Begeisterung nicht anmerken zu lassen.




Später zog Zoes Vater Caras Mini mit dem Traktor aus dem Schlammloch.

Plötzlich stand Anea neben ihr.

Cara wäre fast aus der Haut gefahren.

„Was hast du eigentlich mitten im Wald gemacht — mitten in der Nacht?“, fragte Anea mit gefährlich kalter Stimme.

„Hab mich verfahren.“

Und damit machte Cara sich schnell auf den Weg.


Bilder mit KI erstellt
Bilder mit KI erstellt




 
 
 

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Die dargestellten Charakterabbildungen wurden digital erzeugt und künstlerisch ausgearbeitet.

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